Archiv der Kategorie: It’s me

Nachdenklich

So. Wer jetzt den grossen 2016 Sasi-Jahresrückblick erwartet, der irrt sich. Es ist nämlich so, dass sich meine 30er so gaaanz langsam dem Ende zu neigen. Also auch ein passender Zeitpunkt um mal kurz inne zu halten und sich ein paar Gedanken zu machen. Vieles ist in diesen 30ern in meinem Leben passiert; die 400 Tage als Weltenbummler, Hochzeit haben wir gefeiert, ein Haus gebaut und zwei wunderbare Kinder bekommen. Das sind die Highlights. Dazu kamen neue Freundschaften, 4 Arbeitgeber (die Kinder nicht mitgezählt), spannende Ferienreisen, eine noch andauernde Weiterbildung und jede Menge Hochs, aber auch einige Tiefs.

Zurück blickend (nicht nur auf die letzten zehn Jahre und vor allem auch mit dem Blick rund herum), kann ich sagen, dass das Leben manchmal ein echtes Arschloch sein kann. Trotzdem, ich bin zufrieden. Und die Vorteile mit 39 liegen eindeutig auf der Hand. Man ist immer noch jung. Nämlich! Ausserdem weiss man was man will (und was nicht). Und habe ich schon erwähnt, dass man immer noch jung ist? Wer die Freunde sind, weiss man auch. Mit dem eigenen Körper wird man tendenziell auch versöhnlicher, obwohl man mit 39 ja immer noch ziemlich jung ist (nur falls ich vergessen habe, das zu erwähnen). Es ist auch viel schöner, auf Reisen in anständigen Hotelzimmern zu übernachten, als in billigen Absteigen. Und welche Trends man getrost auslassen kann, ist einem schon vor deren Erscheinen klar. Ausserdem ist es doch höchst erfreulich, dass nach jahrzehntelanger Beitragszahlungen an die Krankenkassen auch endlich mal wieder etwas zurück kommt. Bei der Arbeit erwartet niemand mehr, dass ich etwas sofort kapiere, geschweige denn, nach einer Woche immer noch weiss. Wenn ich die neue und alte Rechtschreibung vermische, sagt auch niemand etwas (für alle jüngeren Leser, es gab mal eine alte Rechtschreibung). Und….äh, wie war das noch, was wollte ich jetzt schon wieder schreiben….? 😜

Was die nächsten 10 Jahre wohl so mit sich bringen werden? Ich denke der Fokus wird sich ändern. Nach der Planung und Realisierung kommt jetzt wohl eine Phase der Erhaltung und Optimierung (hoffe ich. Irgendwie…). Ich bin gespannt und freue mich auf die Zeit, die vor mir liegt. Ich danke allen, die mich während der letzten bald 40 Jahre über lange oder kürzere Zeitspannen begleitet haben und mich noch begleiten werden. Ganz besonders danke ich meinen Kindern, welche dem Wort Mutterliebe eine so unendlich tiefe und überhaupt erst fassbare Bedeutung verliehen haben. Und von ganzem Herzen danke ich meinem Mann, David Schiess, welcher nun schon fast mein halbes Leben lang an meiner Seite ist und meine Launen, Ideen und Zipperlein mit stoischer Ruhe erträgt. Mich immer wieder aufrichtet, manchmal bremst und mit aller Kraft unterstützt.
Vielen Dank euch allen und ein gutes 2017! 🎉

Hillary

Woran hat es gelegen? Was ist dieses schlimme Verbrechen, dass Hillary Clinton begonnen hat, dass ihr amerikanischen Wähler einen Menschen wie Donald Trump dieser Frau vorzieht? Was hat sie für euch unwählbar gemacht? Ich kann ja verstehen, wenn sie nicht jedermanns Liebling ist. Aber dafür DIESE Alternative? Wie verzweifelt und unzufrieden muss die Mehrheit von euch Wählern doch sein! Wobei das ja nicht die ganze Wahrheit ist. Erst das Wahlsystem hat den eindeutigen Sieg möglich gemacht. Aber schon die Tatsache, das es absolut gesehen ein Kopf an Kopf Rennen war, lässt mich ratlos zurück. War es der Umstand, dass die Frau taktisch vor ging? Ihr Leben lang. Dass sie immer schon ihre Ziele erreichen wollte? Wer hat ein Solches nicht schon einmal hartnäckig verfolgt. Ist dafür vielleicht auch andere Wege gegangen, unkonventionelle? Wisst ihr denn, was ihre Ziele waren? Werft ihr der Frau vor, dass sie ihren Stil einige Male in ihrem 68 jährigen Leben änderte? Ich spreche von Äusserlichkeiten, der Kleidung, der Frisur usw. Oder war es das, dass sie mit 17 Jahren eine andere politische Meinung hatte als heute? Oder ist es doch die E-Mail Affäre? Oder der Umstand, dass sie ihren Mann, dessen Wahl zum Präsidenten im übrigen massgeblich auf Hillary’s Engagement zurück zu führen war, damals nicht verlassen hat? Vielleicht tat sie das, weil sie möglicherweise ein höheres Ziel vor Augen hatte. Aber egal, das geht mich ja sowieso nichts an. So wie niemanden. Ich habe gegoogelt, habe dabei verschiedene Berichte aus vertrauenswürdigen Quellen gelesen und doch nicht herausgefunden, weswegen sie so dermassen unbeliebt ist. So sehr, dass die Hälfte der amerikanischen Urnengänger lieber Trump wählt. Vielleicht hat jemand eine plausible Antwort für mich.

Wie dem auch sei, die Amerikaner und die Welt müssen mit den Tatsachen leben. Gespannt (leicht angespannt trifft es wohl eher) blicke ich auf die Amtszeit dieses Mannes, welcher demnächst das Zepter schwingen wird. Immerhin, das kann er ja hervorragend. Möge es ihm gelingen, die richtigen Leute um sich zu versammeln (so wie damals bei der Erbauung des Trump Towers), welche in der Lage sind die notwendige Schadensbegrenzung zu betreiben.

Oh du schöne Clubferien!

Spätestens bei der ersten Mahlzeit frage ich mich, wie ich immer wieder darauf rein fallen kann. Das Angebot hörte sich einfach zu schön an. Zwei-Zimmer Appartement mit Meeresblick direkt am Strand, Kinderbetreuung praktisch den ganzen Tag, riesiger Kidssplashpool und Minidisco (jaja, sind die Kinder glücklich sinds s’Mami und dä Papi au blablabla usw…). Ausserdem 5.5 Punkte bei Holidaycheck und 94% Weiterempfehlung. Da KANN man ja wohl nichts falsch machen! Oder? Ankunft, Check-in mit Plastikbändeli fassen und Zimmer beziehen, wobei direkt am Strand nicht ganz wörtlich zu nehmen ist. Immerhin die Aussicht stimmt. Vor dem Abendessen noch ein kurzer Abstecher zum Kidspool. Fantastisch! Sogar freie Liegestühle hats. Abends um 17:30. Den Kindern gefällts, es wird geplanscht, getobt und gequitscht. Uff, die latente Anspannung bezüglich Erfüllung unserer Erwartungen lösen sich etwas. Dann kommts. Das erste Abendessen. Ziemlich voll, denken wir. Der Umgangston unter den Feriengästen nicht immer ganz so umgänglich wenns um den nächsten freien Tisch geht. Und dabei ist ja noch nicht mal alles ausgebucht. Schliesslich haben die Schulferien in vielen Regionen im grossen Kanton nördlich von uns noch nicht angefangen. Wir nehmens gelassen. Nächster Tag. Kids ab in den Miniclub. Der eigentliche Grund sich Clubferien anzutun. Passt! Den Kindern gefällts einmal mehr. Wir zu den Pools. Freie Liegestühle? Fehlanzeige. Leute hats auch nicht. Aber jede Menge Handtücher. In der Schämiecke noch zwei einzelne freie Liegestühle. Jeeehhhh, usere! Eine Stunde in der prallen Sonne bei 30° Celsius. Ein abseits stehender, verwaister Sonnenschirm findet im Angesicht schweisstreibender Schwerstarbeit den Weg zu uns. Nach 10 Minuten kommt ein Bademeister und weist darauf hin, dass auf diesem vertrockneten braunen ehemalgiem Rasenstück keine Sonnenschirme erlaubt sind. Charmant entschuldigt sich mein Mann auf spanisch und erklärt dem pflichtbewussten Mann, dass wir das nicht gewusst haben und er den Schirm gerne mitnehmen darf. Der Gute ist positiv angetan, meint ihm persönlich seis ja völlig egal und mit Blick auf den schweren Sockel, es sei schon okay. Während der kommenden Stunde beehrt er uns immer wieder mit kurzen Besuchen um ein paar Worte mit meiner besseren Hälfte zu wechseln. Dann nach etwa 2 Stunden das unvermeidliche. Ein rotbäuchiger Deutscher kommt….und an dieser Stelle möchte ich mit allem Nachdruck festhalten, dass ich überhaupt nichts gegen Deutsche habe, im Gegenteil, einige der tollsten Meschen die ich kenne stammen aus diesem Land! ….und behauptet der Sonnenschirm GEHÖRE ihm. Wir sind sprachlos und reagieren nicht. 10 Minuten später kommt seine Partnerin und findet, wenigstens fragen hätten wir ja können. Ja, finden wir auch, wenn der Schirm geöffnet, sonst wie benutzt oder wenigstens beschriftet ausgesehen hätte. Unter dem mitleidigen Blick des Bademeisters wird der Schirm ohne ein weiteres Wort weg gehievt….wohlverstanden nicht wirklich an seinen Ursprungsplatz zurück….Wir haben auch Mitleid. Mit diesem Pärchen, welches offensichtlich ganz ohne Kinder freiwillig hier ist. Und irgendwie auch aus ganz vielen anderen Gründen.

Also gut, ich hasse mich gerade selbst dafür, dass ich, als überpriveligierte Person mit Wahlmöglichkeiten, mich über so etwas auslasse. Aber neben den schönen und idyllischen Bildern, die schon haufenweise entstanden sind, war es mir gerade ein spontanes Bedürfnis diesen Text in mein Smartphone zu tippen. Glückliche Kinder alleine reichen mir wohl nicht.

Bevor es jetzt mitleidige oder berechtigt sarkastische Kommentare hagelt….warum ich das poste? Ich habs mühselig unter Kindergeschrei und -gespritze auf dem um 7:00 Morgens reservierten Liegestuhl getippt. Wozu? Um die unproduktive Zeit, welche die Kinder im Kidsclub verbringen auszufüllen. That’s it. Happy Holidays!