On the road

Nachdem ich diese Nacht nun zum dritten mal aufgestanden bin um mindestens eines der Kinder zu beruhigen, entschloss ich mich gegen drei Uhr Nachts mein Schlafgemach ins Alkoven (Bett über der Fahrerkabine) zu verlegen. Auch deshalb, weil es gefühlte -10 Grad Celsius in unserem mobilen Zuhause hatte und ich mir bei jedem Aufstehen den A….. abfror. Nur blöd, dass sich die Kids unglaublich breit gemacht hatten, und ich es auf dem engen (in der Höhe gemessen, die Liegefläche wäre riesig) Raum auch mit schieben und würgen nicht auf mehr als ein kleines Eckchen brachte und dieses auch noch mit dem Fernseher teilen musste. Krumm wie eine Banane und steif wie ein Holzstock scheuchte ich die Kinder nach der allgemeinen Tagwach um etwa 7h aus dem Bett um mir dann noch ein paar Extraminuten alleine zu gönnen.

Der heutige Weg führte uns über die unterschiedlichsten Strassen und durch verschiedene Landschaften. Nach dem Verlassen des Joshua Tree NP gings erst einmal Meilenweit geradeaus durch dürre, karge Steppe. Erinnerte ein bisschen ans australische Outback.

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Bei Topock verliessen wir den Highway und steuerten unser grosses Vehikel mit klapprigem Inhalt auf die alte, unebene Route 66. Es war ein holpriges, lautes und teilweise auch recht kurviges Vergnügen. Kurz vor Oatman begegneten uns die für diese Gegend bekannten (halb)wild lebenden Esel. Manchmal blockierten sie die Strasse so sehr, dass der Verkehr gänzlich zum erliegen kam. Oatman selbst ist ein kleiner Ort, welcher versucht, den Charme aus der Zeit, als die Route 66 noch eine wichtige Verbindungsstrasse war, zu vermitteln. Dies gelingt halbwegs.

Kurz nach Oatman kamen wir wieder auf den Highway und bald darauf checkten wir auf dem Campingplatz in Kingman ein. Den Nachmittag und Abend widmeten wir den örtlichen Shoppingmalls.

Nun, was habe ich geschrieben von gefühlten -10 Grad? Als wir Tags darauf nach Williams rein fuhren, wo eigentlich unser nächster Übernachtungsstopp geplant gewesen wäre, glaubten wir unseren Augen nicht zu trauen. Wildes Schneegestöber und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt erwarteten uns dort.

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Brrrrrriiiihhhhhhhgitttt. Das hatten wir doch vor 3 Monaten oder so Zuhause. Nein, hier wollten wir nicht bleiben. Also kauften wir bloss kurz ein, tankten nochmals auf

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und fuhren weiter nach Tusayan (unmittelbar vor dem Grand Canyon), wo das Wetter zwar nicht besser war, aber wir einen Campground mit Strom hatten. Da für die Nacht tatsächlich Minusgrade erwartet wurden, machten wir unser fahrbares Bettenlager wintertauglich und leerten die Wassertanks. Das heisst, falls jemand musste, raus in die Kälte. Bloss nicht! Also gabs nach dem Abendessen nur noch Kaugummi gegen den Durst ;-). Und in der Nacht brauchten wir tatsächlich zum ersten mal die Heizung und waren heilfroh drum, eine solche zu haben.

Morgen gehts zum Grand Canyon. Wir freuen uns und hoffen trotz dem grauen Wetter auf gute Sicht! Viele Grüsse nach Hause 🙂

3 Gedanken zu „On the road“

  1. Hey Ihr Globetrotter
    Danke für die tolle Biiträg, hebed eu sorg und gnüsseds.
    Liebe Gruess vom Götti und dä ganze Familie

  2. Wo bleiben denn nur die Bilder und der Reisebericht vom Grand Canyon 😉
    Wir sind schon so gespannt – hoffentlich war das Wetter etwas besser.
    Gruss, Wolfgang

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